Holz als Baustoff

Der Naturbaustoff Holz

Holz ist ein Material mit sehr vielfältigen, ausgewogenen aber auch unterschiedlichen Eigenschaften. Wünsche und Anforderungen an Bauteile aus Holz können durch verschiedene Holzarten, Kern- oder Splintholz und andere Randbedingungen gezielt erfüllt werden. Holz ist ein ausgereifter Baustoff, dessen Eigenschaften, insbesondere in ihrer Kombination, zum Teil unerreicht sind. Er hat seine Eignung über Jahrtausende hinweg immer wieder unter sich ständig ändernden Bedingungen unter Beweis gestellt. Er kann alle Anforderungen, die heute an einen modernen Baustoff gestellt werden, erfüllen.

Bauen mit Holz im Trend

Immer mehr Wohn-, Geschäfts- und Zweck-Gebäude beweisen, dass das Bauen mit Holz nicht nur eine lange und erfolgreiche Tradition hat, sondern auch die Anforderungen zeitgemäßen Wohnens und Arbeitens bestens erfüllen kann. Bei Architekturpreisen für Niedrigenergiegebäude belegen Holzhäuser oft die vorderen Ränge. Ein Beweis dafür, dass mit Holz nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kreativ und gestalterisch anspruchsvoll gebaut wird.

Schutzanstriche

In der Regel werden bei Holzverkleidungen, Simskästen etc. Wetterschutz-Lasuren oder geeignete Holzlacke auf Acrylbasis verwendet. Eine Lasur (Dünnschichtlasur) zeigt die natürliche Holzstruktur. Wetterschutzfarben und Dickschichtlasuren dagegen sind Anstriche, die die Holzstruktur überdecken. Je nach Bewitterung (und Wetterseite) muss alle 3 - 5 Jahre bei deckenden, diffusionsoffenen, wasserlöslichen Lacken auf Acrylbasis die Holzkonstruktion gestrichen werden. Sie haben damit auch die Möglichkeit, die Farbe zu wechseln und/oder beschädigte Oberflächen zu reparieren. Bei offenporigen und ventilierenden Lasuren muss von ähnlichen Zeiträumen, nämlich von 2 - 4 Jahren ausgegangen werden.

Verwitterte Oberfläche

Es kann aber auch bei richtig angewandtem konstruktiven Holzschutz - vorzugsweise bei Lärche / Douglasie (und Harthölzern) - die Oberflächen verwittert werden lassen. Es bildet sich dabei eine natürliche Vergrauung und Patina. Durch die UV-Strahlung wird auf den ersten zwei bis drei Millimetern Lignin abgebaut (phenolisches Makromolekül aus verschiedenen Monomerbausteinen, ein fester, farbloser Stoff, der in die pflanzliche Zellwand eingelagert wird und dadurch die Verholzung der Zelle bewirkt). Das darunter liegende Holz ist somit fest und dauerhaft für (sehr) lange Zeit geschützt. Die nach Jahren und in Abhängigkeit der Wetterangriffsfläche (Wetterseite) ins tief grau gehende tlw. ungleiche Optik ist Geschmackssache, die nicht jedem gefällt. Die Möglichkeit des später nachträglichen Streichens nach gründlicher Reinigung ist aber ebenso möglich.

Chemischer Holzschutz

Grundsätzlich ist chemischer Holzschutz nur erforderlich, wenn die Gefahr eines Befalls durch holzzerstörende Pilze und/oder durch Insekten besteht. Wenn sichergestellt ist, dass die Holzfeuchte 20% dauerhaft nicht übersteigt, liegt keine Gefahr für den Befall durch holzzerstörende Pilze vor. Bekleidungen oder eine Holzfeuchte unter 10% sind die Voraussetzungen dafür, dass keine Gefahr von Insektenbefall besteht. Bleibt Holz offen und so bzgl. Insektenbefalls kontrollierbar, kann ebenfalls auf chemischen Holzschutz verzichtet werden. Chemischer Holzschutz wird zum vorbeugenden Schutz vor Pilz- und Insektenbefall angewendet. Nach ihrer Konstitution werden wasserlösliche (überwiegend anorganische Salze), ölige (z.B. Steinkohlenteeröl), lösungsmittelhaltige und Emulsionskonzentrate unterschieden. Die verwendeten Holzschutzmittel enthalten i.d.R. Gifte in Form von bioziden Wirkstoffen.

Anwendungsbereich: DIN 68800 Teil 3 nennt Gefährdungsklassen für die Beurteilung des erforderlichen chemischen Holzschutzes. Den einzelnen Gefährdungsklassen sind die geeigneten Schutzmaßnahmen zugeordnet und beschrieben. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass vor der Ausführung von chemischen die baulichen Maßnahmen auszuschöpfen sind.

Problematik: Es besteht hygienische und ökologische Bedenklichkeit auf Grund des Ausdünstens der Wirksubstanzen und Lösungsmittel. Es sind weiterhin chemische Reaktionen zwischen Holzschutzmitteln und Materialien der Verbindungsmittel möglich.

Konstruktiver Holzschutz

Konstruktiver Holzschutz ist die Art und Weise, wie das Holz verbaut wird. Wichtig ist, dass die gesamte (Holz-) Konstruktion gut geplant ist. Für bewitterte Flächen gilt: Es darf, egal wo, kein Wasser stehen bleiben. Es müssen z.B. Tropfkanten durch Unterschneiden der Hölzer ausgebildet werden. Hölzer von Geländern und Brüstungen müssen abgeschrägt werden. Geländer-/ Abdeckbretter werden nicht selten gerade, also ohne Abschrägung eingebaut. In einem solchen Fall sind diese als Opferbrett zu sehen, welches nach einer gewissen Zeit ausgewechselt werden muss. Die Anschlüsse müssen so hergestellt werden, dass kein Wasser in die darunter liegende Konstruktion laufen kann. Besser ist jedoch, die Brüstung sowie vorspringende Bauteile wie Pfetten- oder Balkenköpfe mit Blech abzudecken. Dachüberstände an der Traufe und am Giebel schützen die Hausfassade vor Witterungseinflüssen. Pfosten und Stützen von Holzkonstruktionen sind generell mind. 15 cm über dem Erdboden zu verankern bzw. anzubringen. Für eine lange Lebensdauer ist natürlich eine vernünftige Pflege ebenso Grundvoraussetzung. So müssen z.B. Balkonbeläge (Riffelbohlen / Lattenroste) regelmäßig von Laub und Schmutz gereinigt werden, damit kein Wasser in der Konstruktion stehen bleiben kann.

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